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Zwei Kängurudamen ziehen ein

Seit ein paar Tagen ist unser Kängurubock endlich nicht mehr alleine – nach
sehr dramatischen Ereignissen im April des Jahres sind 2 Känguruweibchen aus
dem Zoologischen Garten Neunkirchen und dem Tierpark Hamm bei uns
eingezogen.
Die Tiere haben sich gut bei uns eingelebt und sind seit einigen Tagen auf der
Anlage zu sehen. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir aus
Neunkirchen wieder ein weißes Weibchen bekommen haben.
Doch fangen wir im April an:
Noch immer haben wir nicht ganz verkraftet, was wir in der Woche vor Ostern
erleben mussten.
Am 15.04.25 fanden unsere Tierpfleger/innen eines unserer Känguruweibchen
tot auf der Anlage. Der Kopf war vom Rumpf getrennt. Wir ersparen uns an
dieser Stelle weitere Einzelheiten, aber der Anblick war mehr als ein Schock.
Das Baby im Beutel lebte noch und wurde umgehend von einer lieben Freundin
der Fauna in eine Aufzuchtstation in der Nähe von Koblenz gebracht. Leider ist
es dort nach 14 Tagen, trotz großartiger professioneller Hilfe, gestorben.
Umgehend wurde Kontakt zur Polizei, zum Veterinäramt, zur Kreisjägerschaft,
einem Wolfsberater und den verschiedensten Untersuchungslaboren
aufgenommen, um die Todesursache zu klären – doch es kam noch schlimmer!
Zwei Tage später lag am Morgen des Karfreitag das zweite Weibchen tot auf der
Anlage – das gleiche Bild – bis auf die Tatsache, dass der Kopf komplett fehlte
und auch nicht mehr aufzufinden war.
Es breitete sich Panik aus – die Untersuchungen des ersten Vorfalls waren noch
nicht abgeschlossen und das bevorstehende Osterfest machte die
„Ermittlungen“ und die notwendigen labor- und veterinärmedizinischen
Untersuchungen nicht gerade leicht.
Die Sicherheitsmaßnahmen auf der Anlage wurden noch einmal umfassend
optimiert und – aufgewühlt von den Geschehnissen – verbrachten einige
Mitarbeiter/innen und Vorstandsmitglieder ehrenamtlich die darauffolgenden
Nächte im Park – teilweise im Kängurustall bzw. mit Nachtsichtgeräten auf dem
Dach. Auch ein befreundeter Jäger überwachte in der Nacht unser
Außengelände. Auf Empfehlung der Polizei geschah das alles ohne Information
an unsere Besucher und die Öffentlichkeit, da wir immer noch ratlos waren, wer
oder was den Tod der beiden Tiere verursacht hatte. Diese Nachtwachen waren
allerdings komplett unauffällig.
Wir möchten uns hier ausdrücklich bei unseren Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, den Vorstandsmitgliedern, der Polizei und allen anderen Helfern
und Unterstützern bedanken, die sich über das normale Maß hinaus dafür
eingesetzt haben, die Vorfälle aufzuklären.
Nach vielen umfangreichen Untersuchungen scheint es sich um einen Fuchs
gehandelt zu haben, zumindest nach der Expertise mehrere Fachleute. Fakt ist,
dass es Spuren eines oder mehrerer Füchse an den toten Tieren gab – trotzdem
sind wir immer noch nicht sicher und das bildet in unseren Köpfen Szenarien
ab, die wir uns eigentlich nicht vorstellen möchten. In der Nacht sind sie nicht
mehr auf der Anlage und haben sich damit auch schon gut arrangiert, wie die
nächtlichen Videoaufnahmen aus dem Stall zeigen. Vor dem Kängurustall wurde
ein großes Rolltor angebracht, um ihn zu vergrößern und den Tieren in der
Nacht mehr Platz zu bieten. Aus Sicherheitsgründen haben wir uns erst nach
dieser Baumaßnahme dazu entschieden, überhaupt wieder neue Kängurus
anzuschaffen, denn noch einmal möchten wir das nicht erleben…
Aufregend wurde es dann wieder am 19. Mai – einen Monat nach den beiden
Todesfällen: Unsere Überwachungskameras zeichneten um 00:50 Uhr eine
Person im Park auf, die auf direktem Weg zum Kängurustall ging. Die Polizei
wurde umgehend per Notruf verständigt und war 5 Minuten später mit großem
Aufgebot vor Ort. Leider konnte niemand mehr angetroffen werden und auch
die Auswertung der Spuren blieb bislang ergebnislos. Hier stellt sich aber für
uns wieder die Frage, ob durch die schnelle Präsenz der Polizei unser
überlebender Kängurubock verschont geblieben ist, oder das eine mit dem
anderen nichts zu tun hat. Verunsichert sind wir leider immer noch. Daher an
dieser Stelle eine Bitte: Sollte es rund um unseren Tierpark irgendwelche
Auffälligkeiten geben – bitte lieber einmal zu viel die Polizei einschalten!
Doch nun blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns über unsere neuen
Bewohner, die bald noch „Verstärkung“ durch einen kastrierten Bock
bekommen. Da unsere Kängurus noch keine Namen haben, möchten wir unsere
Besucher um Vorschläge bitten.
Ab Montag, dem 21.07.2025 bis zum 03.08.2025 können sie an der Kasse ein
Formular erhalten, mit dem sie sich an unserem kleinen Wettbewerb beteiligen
können. Unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger werden aus den Vorschlägen
dann die 3 Namen auswählen, auf die die Tiere „getauft“ werden. Anschließend
wird es dann unter allen Teilnehmern eine Verlosung geben. Der erste Preis ist
jeweils eine Jahrespatenschaft für das jeweilige Känguru und die „Taufe“ auf der
Anlage.
Vorschläge können allerdings nur vor Ort auf den von uns ausgegebenen
Formularen gemacht werden. Wir hoffen auf viele kreative Ideen und vor allem auf schöne Namen für unsere Tiere.